Ab in den Australischen Sommer (7.-23. Dez. 2025)

Meine: hier war ich schon-Karte

Soll ich dieses Mal Reiseberichte schreiben oder nicht......

 

Diese Frage habe ich mir in den letzten Wochen ein paarmal gestellt. Lustigerweise war das für diejenigen, welche schon lange mitlesen und die von meinen Plänen wussten, nie ein Thema - also dass ich auf die Idee kommen könnte, eben NICHT zu schreiben.

 

Ich möchte dazu kurz etwas erklären und hier einen eher ungewöhnlichen ersten Beitrag schreiben, da ich das gerne mit Euch teilen und so auch etwas besser verarbeiten kann (und ja, ich werde schreiben - gehört für mich ja irgendwie schon dazu und dient mir auch als tolles Tagebuch).

 

Nachdem Felix und ich den Kampf gegen seinen Krebs verloren haben - ich kann es irgendwie immer noch nicht fassen, hiess es für mich vorwärts blicken. Felix war immer so mega positiv, er hat mich damit angesteckt und wir haben nie daran gedacht, dass nicht alles wieder gut kommt. Dass der Krebs dann so aggressiv zurückgekehrt ist und alles so schnell ging ist schrecklich und holt mich immer wieder mit einer grossen Traurigkeit ein.

 

Er fehlt mir, vor allem in den Abendstunden, wenn ich alleine zu Hause bin. Vorgestern waren es 10 Wochen - mir kommt es schon wie eine Ewigkeit vor.

 

Vieles ist seit dem geschehen, organisiert und erledigt worden. Für mich war sehr schnell klar, dass ich aus dem kleinen Paradies (Haus mit Garten) auf dem Land, wo Felix zu jeder Tages- und Nachtzeit Musik machen konnte und wir in den letzten 3 1/2 Jahren glücklich waren, ausziehen will.

 

Zu viele gemeinsame Erinnerungen, die im Moment einfach weh tun, stecken in diesen Wänden. Ausserdem ist das Haus für mich alleine einfach zu gross und es zieht mich zurück in die Zivilisation und in eine Wohnung, bei der ich einfach nur die Haustüre abschliessen muss, wenn ich auf Reisen gehe (und das tue ich im nächsten Jahr mehr als einmal).

 

Nach dem ersten Schock brauchte ich einfach Beschäftigung, damit mir nicht die Decke auf den Kopf fiel. Ich fing an zu Räumen und habe mit der Suchmaschine nach Wohnungen Ausschau gehalten. Es sollte gross genug sein, damit ich weiterhin zwei Arbeitsplätze zu Hause hätte - einen fürs Basteln und einen fürs Homeoffice. Ausserdem gab es auch noch weitere Eckpunkte wie: eine eigene Waschmaschine/Tumbler in der Wohnung, die lieber nicht im Erdgeschoss liegt, eine Terrasse oder einen Balkon sowie einen Lift. 

Auch bei der Lage war ich etwas wählerisch, und so kamen auch nicht alle Orte rund um oder direkt in Basel in Frage (In Basel selber hätte es allerdings auch die eine oder andere tolle Ecke). Ausserdem dürfte es auch etwas Ausgefallenes sein (Hochhaus, Altbau etc).

 

Als ich dann im Internet "meine" Wohnung entdeckte, dachte ich: die ist ziemlich sicher sowieso schon weg, ich brauche mich da gar nicht zu melden. Nebst dem ich ja so einiges rund um den momentanen Hausstand (mit seeeeehr viel Material) zu organisieren hatte, und ich - wie halt beim Mieten eines Hauses üblich - ein halbes Jahr Kündigungsfrist habe, wollte ich mich eigentlich gar nicht melden, da die Wohnung per sofort zu haben war, was für mich halt gar nicht gienge.

 

Danke Eliane, dass Du mich dazu überredet hast, es trotzdem zu versuchen. Eliane hat gesehen, dass die Wohnung doch schon etwas länger im Netz angeboten wird (und dass ich dann wieder näher an Möhlin wohnen würde, wäre für uns beide eine tolle Sache).

 

Als ich mich dann am darauffolgenden Tag gleich bei der Liegenschaftsverwaltung gemeldet habe, konnte ich noch für denselben Tag einen Besichtigungstermin vereinbaren. Meine Arbeitskollegin Claudia kam mit und darüber war ich sehr froh. Sie wohnt seit vielen Jahren selber in Rheinfelden und 4 Augen sehen mehr als 2 (nur falls ich dann doch zu Blauäugig in die Sache gegangen wäre).

 

In kurzen Worten erklärt: Die Wohnung war super, ich wusste sofort, dass das genau das wäre, was ich möchte und auf das ich mich in meiner Situation einfach freuen könnte. Umso grösser war die Freude, als ich bereits am Nachmittag den Anruf erhielt, dass ich die Wohnung haben könnte.

 

Und so ziehe ich jetzt am 29. Januar an die Marktgasse, mitten in Rheinfelden.

Auch wenn es schwer fällt, sich nicht nur einfach zu verkriechen und darüber nachzudenken, wieso ich nach über 30 Jahren nun alleine durchs Leben ziehe, schaue ich jetzt vorwärts und versuche mich an den Sachen zu freuen und festzuhalten, die vor mir liegen.

In diesem Zusammenhang wurde mir dann auch bewusst, dass ich ja noch 15 Ferientage für dieses Jahr zur Verfügung habe.

Die Idee war, irgendwo hin zu fliegen, wo ich in einem Hotel auf dem Balkon sitzen und ein gutes Buch lesen kann. Das Hotel, in dem ich mit meiner Schwester Claudia in Andalusien war, schien mir eine gute Wahl zu sein.

Zimmer hatte es auf der Homepage noch und bevor ich buchte, habe ich mir die Durchschnitts-Temperaturen von Südspanien angeschaut: ok, 17 Grad im Dezember fand ich dann doch etwas frisch. Meine Schwester meinte auch, dass vermutlich die Strandbar auch nicht geöffnet sei. Es hat viele Golfer in diesem Hotel und wahrscheinlich ist das dann eher für die sportlichen Reisenden ideal.

Auf Fuerte oder Lanzarote hatte ich irgendwie keinen Bock - die Kanaren wären von den Temperaturen her auf jeden Fall top gewesen.

Gleichzeitig schrieb mit Tina aus Australien, dass ich jederzeit bei ihnen aufschlagen könnte - und zack: war der Entscheid gefallen: es geht dieses Jahr zum Ausspannen und Abstand gewinnen (was ja bei der Distanz perfekt ist) nach Australien.

Ich fliege nun am Sonntag nach Sydney, bleibe dort für 7 Tage und fliege dann weiter nach Melbourne.

Obwohl ihr all die Orte an die ich reise von meinen früheren Reisen her schon kennt, bleibt es vielleicht trotzdem spannend und ich würde mich freuen, wenn ihr mich auch dieses Mal begleitet.

Liebe Grüsse

Karin

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